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Veröffentlicht am
27. Februar, 2026

Zinsupdate Februar 2026

Die Schweiz bleibt im Februar 2026 eine Zinsinsel. Während in den USA und der Eurozone weiterhin Unsicherheit über Inflation und Geldpolitik herrscht, präsentiert sich der Markt für Festhypotheken so attraktiv wie seit April 2022 nicht mehr.

Geldpolitik: Nullzins als neues Normal

Die Schweizerische Nationalbank hält den Leitzins unverändert bei 0.00 %. Nach den schrittweisen Senkungen in den Jahren 2024 und 2025 hat die SNB eine Phase der monetären Stabilität eingeleitet. Die Inflation lag im Januar 2026 bei lediglich 0.1 % und damit klar innerhalb der Zielbandbreite zwischen 0 und 2 %.

Für Hypothekarnehmer bedeutet das:

  • Kurzfristig kein Druck auf steigende Zinsen
  • Hohe Planungssicherheit für 2026
  • ehr geringe Wahrscheinlichkeit einer restriktiveren Geldpolitik

Die Prognosen deuten darauf hin, dass das Nullzinsumfeld bis mindestens Ende 2026 Bestand haben dürfte.

SARON und Festhypotheken: Historisch flache Zinsstruktur

SARON

Der SARON bewegt sich nahe 0 %. Kreditnehmer zahlen also faktisch nur die Marge der Bank.

Indikative Gesamtkosten SARON (inkl. Marge):

Die Margen liegen zwischen 0.70 % und 1.1 %. Das ist historisch betrachtet hoch, bedingt durch gestiegene Eigenkapitalanforderungen.

Kapitalmarkt (Festhypotheken)

Die Swap-Kurve ist aussergewöhnlich flach. Der Aufpreis für eine 10-jährige Staatsanleihe beträgt gegenüber kurzfristigen Laufzeiten nur rund 50 Basispunkte.

Indikative Festhypotheken Stand 27.02.2026:

  • 2 Jahre: 0.84 % – 1.00 %
  • 5 Jahre: 1.01 % – 1.20 %
  • 10 Jahre: 1.30 % – 1.44 %
  • 15 Jahre: 1.55 % – 1.72 %

Die Differenz zwischen Top-Konditionen und publizierten Richtsätzen ist erheblich. Gerade bei 10-jährigen Laufzeiten kann das Sparpotenzial mehrere Tausende Franken betragen.

Immobilienmarkt: Stabil, aber anspruchsvoll

Trotz der Zinsberuhigung steigen die Immobilienpreise weiter. Im vierten Quartal 2025 lag das Preiswachstum bei rund 4.1 % gegenüber Vorjahr. Für 2026 werden +3 % erwartet.

Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index signalisiert mit 0.48 Punkten ein moderates Risiko. Besonders in Tourismusregionen wie Graubünden sind regionale Überbewertungen zu beobachten.

Wichtig:

Die regulatorische Tragbarkeit (kalkulatorischer Zinssatz von rund 5 %) bleibt hoch. Das schützt vor Überhitzung, schliesst aber viele Haushalte vom Markt aus.

Schlussfolgerungen für 2026

1. Menschen mit hoher Risikotoleranz

100 % SARON kann aktuell sinnvoll sein, sofern genügen Budget vorhanden ist und ein Zinsanstieg abgefedert werden kann.

2. Sicherheitsorientierte Haushalte

10-jährige Festhypotheken ab 1.30 % sind historisch attraktiv. Wer Planbarkeit sucht, findet aktuell exzellente Konditionen.

3. Mischstrategie

Eine Kombination aus 50–70 % Festhypothek und 30–50 % SARON glättet das Risiko und verbindet Sicherheit mit Chancen.

Entscheidend ist nicht nur der Zinssatz, sondern die Gesamtstrategie: Belehnung, Amortisation, Vorsorge, Steueroptimierung und Liquiditätsplanung gehören zusammen.

Fazit

Die Zinsen sind attraktiv, die Auswahl ist gross, die Risiken sind überschaubar. Gleichzeitig verlangen hohe Immobilienpreise eine saubere Tragbarkeit und durchdachte Finanzstrategie. Wer in den nächsten Jahren nicht verkaufen will und Wert auf stabile Wohnkosten legt, sollte eine Festhypothek in Erwägung ziehen.

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