Hypotheken-Update Mai 2026
Im Mai 2026 bewegen sich kurzfristige und langfristige Hypothekarzinsen in unterschiedliche Richtungen. Auf der einen Seite bleibt die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank sehr stabil: Der Leitzins liegt weiterhin bei 0.00 %, und der SARON bleibt ddadurch fortlaufend attraktiv.
Auf der anderen Seite sind mittel- und langfristige Festhypotheken zuletzt spürbar teurer geworden. Der Grund liegt weniger in der Schweiz selbst, sondern stärker an den internationalen Kapitalmärkten. Vor allem höhere Renditeerwartungen, geopolitische Unsicherheit und restriktivere Signale aus dem Euroraum wirken auf die Schweizer Swap-Sätze – und damit direkt auf die Refinanzierungskosten der Banken.
Auf einen Blick
Das wirtschaftliche Umfeld
Die Schweiz bleibt im internationalen Vergleich eine Zinsinsel. Die Inflation ist tief, der Franken stark und die SNB hat aktuell wenig Druck, den Leitzins anzuheben.
Trotzdem steigen die Zinsen am langen Ende. Das zeigt: Für Festhypotheken ist nicht nur die SNB entscheidend. Wichtiger sind oft die Kapitalmarktrenditen, Swap-Sätze und Erwartungen zur künftigen Inflation.
Die SNB selbst signalisiert weiterhin Stabilität. Der aktuelle SNB-Leitzins liegt bei 0.00 %, der SARON notierte per 26. Mai 2026 leicht negativ bei -0.04 %.
Die aktuelle Zinslandschaft
SARON-Hypotheken: günstig, aber Margen beachten
SARON-Hypotheken profitieren weiterhin vom tiefen SNB-Zins. Der eigentliche Zins besteht aktuell grösstenteils aus der Bankmarge. Je nach Anbieter, Bonität und Belehnung liegen indikative SARON-Angebote derzeit ungefähr zwischen 0.75 % und 1.20 %.
Vor allem für Haushalte bleibt der SARON interessant, die mit Zinsschwankungen umgehen können und ihre Finanzierung flexibel halten möchten.
Festhypotheken: Sicherheit kostet wieder etwas mehr
Festhypotheken haben sich im Mai leicht verteuert. Aktuelle indikative Top-Sätze liegen ungefähr bei:
- 2 Jahre ab 1.17 %
- 5 Jahre ab 1.36 %
- 7 Jahre ab 1.49 %
- 10 Jahre ab 1.61 %
- 15 Jahre ab 1.79 %
Quelle: Indikative Marktdaten von Barron Capital. Werte können je nach Bonität, Objekt, Belehnung und Verhandlung abweichen.
Warum steigen Festhypotheken trotz Nullzins?
Jason Pfister, Leiter Hypotheken bei Barron Capital erklärt den Mechanismus:
«Der SNB-Leitzins beeinflusst vor allem kurzfristige Zinsen. Festhypotheken mit längeren Laufzeiten hängen dagegen stärker von den Kapitalmärkten ab. Wenn Banken eine Festhypothek über 5, 10 oder 15 Jahre vergeben, sichern sie ihr Zinsrisiko über sogenannte Swap-Sätze ab. Steigen diese Refinanzierungskosten am Kapitalmarkt, steigen meist auch die Hypothekarzinsen. Genau das zeigt sich aktuell. Obwohl die SNB den Leitzins unverändert bei 0.00 % belässt, haben höhere Kapitalmarktrenditen neben dem Nahost-Konflikt und restriktivere Signale aus dem Euroraum die Schweizer Swap-Sätze zuletzt nach oben bewegt.»
«Da der Schweizer Kapitalmarkt eng mit Europa verbunden ist, wirken Entwicklungen der EZB indirekt auch auf Schweizer Festhypotheken. Deshalb können langfristige Hypothekarzinsen steigen, selbst wenn die SNB ihre Geldpolitik nicht verändert.»
Immobilienmarkt Schweiz: stabil, aber selektiver
Der Immobilienmarkt bleibt robust. Die Nachfrage nach Wohneigentum wird weiterhin durch Zuwanderung, knappen Wohnraum und tiefe Leerstände gestützt. Gleichzeitig wird der Markt selektiver. Gut gelegene und energetisch solide Objekte bleiben gefragt. Immobilien mit Sanierungsbedarf oder in schwächeren Lagen brauchen mehr Prüfung.
Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index lag im 1. Quartal 2026 bei 0.69 Punkten und wird weiterhin als moderates Risiko eingestuft.
Was bedeutet das für Ihre Hypothek?
Strategie 1: Planungssicherheit mit Festhypothek
Wer stabile Wohnkosten sucht, sollte Festhypotheken weiterhin prüfen. Besonders Laufzeiten von 5 bis 7 Jahren bieten aktuell ein gutes Verhältnis zwischen Sicherheit und Zinskosten.
Strategie 2: Flexibilität mit SARON
SARON bleibt für risikofähige Haushalte interessant. Die laufenden Kosten sind oft tiefer, dafür bleibt das Zinsänderungsrisiko beim Kunden.
Strategie 3: Kombination statt Einheitslösung
Für viele Kundinnen und Kunden ist eine Kombination sinnvoll: ein grösserer Teil fest abgesichert, ein kleinerer Teil flexibel über SARON. So entsteht Planungssicherheit, ohne die gesamte Hypothek langfristig zu binden.
Fazit
Der Mai 2026 zeigt deutlich: Für Festhypotheken ist nicht nur die SNB entscheidend. Wichtiger sind oft die Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Wer in den nächsten Monaten eine Hypothek verlängert, refinanziert oder Wohneigentum kaufen möchte, sollte nicht nur den Zinssatz vergleichen. «Ebenso wichtig sind Laufzeit, Tragbarkeit und die passende Finanzierungsstrategie», meint Jason Pfister.
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