Hypotheken-Update Juni 2026
Im Juni 2026 zeigte sich der Schweizer Hypothekarmarkt auffallend ruhig. Die SNB hat den Leitzins am 18. Juni erneut bei 0.00 % belassen, die Inflation liegt mit 0.6 % weiterhin im Zielband. Anders als in den Vormonaten bewegen sich kurz- und langfristige Zinsen diesmal nicht auseinander, sondern nahe beieinander. Die Zinskurve ist so flach wie lange nicht mehr.
Auf einen Blick
Das wirtschaftliche Umfeld
Die SNB lässt den Leitzins unverändert bei 0.00 %. Die Inflation stieg im Juni auf 0.5 %, hauptsächlich wegen höherer Energie- und Treibstoffkosten im Zuge geopolitischer Spannungen. Da sich die Teuerung weiterhin innerhalb des Zielbands bewegt, sehen die meisten Ökonomen aktuell keinen Anlass für eine Zinsanpassung. Erste Diskussionen über eine Erhöhung werden frühestens im Verlauf von 2027 erwartet.
Der Franken bleibt in diesem Umfeld gefragt. Geopolitische Unsicherheit lässt Anlegerinnen und Anleger vorsichtiger werden, wovon der Franken als «sicherer Hafen» profitiert. Das dämpft importierte Preisschocks, etwa beim Ölpreis, und erklärt mit, warum die Schweizer Inflation im internationalen Vergleich tief bleibt.
Die aktuelle Zinslandschaft
SARON-Hypotheken: stabil, Marge bleibt entscheidend
Der SARON bewegt sich weiterhin nahe am Leitzins. Der effektive Zins einer SARON-Hypothek besteht damit fast ausschliesslich aus der Marge der Bank. Je nach Anbieter und Bonität liegen indikative Angebote derzeit zwischen 0.84 % und 1.10 %.
Festhypotheken: Sicherheit wird günstiger
Festhypotheken bleiben auf historisch tiefem Niveau. Auffallend war im Juni, wie wenig der Zinsaufschlag für längere Laufzeiten noch ausmachte.
Warum ist der Unterschied zwischen SARON und Festhypothek gerade so klein?
Jason Pfister, Leiter Hypotheken bei Barron Capital, ordnet die aktuelle Situation ein:
«Was wir im Juni beobachten, ist eine sehr flache Zinskurve. Der Aufpreis für zehn Jahre Planungssicherheit gegenüber einer SARON-Hypothek beträgt teils nur noch rund 0.2 bis 0.5 Prozentpunkte. Das ist ungewöhnlich wenig. Für Kundinnen und Kunden heisst das: Wer sich langfristig gegen steigende Zinsen absichern möchte, zahlt dafür aktuell kaum eine Prämie.»
«Wichtig ist trotzdem, nicht nur auf den tiefsten Satz zu schauen. Wir sehen in der Beratung häufig, dass Bank A beim SARON gut ist und Bank B bei der Festhypothek. Ein Vergleich über mehrere Kapitalgeber hinweg lohnt sich deshalb fast immer, gerade wenn die Konditionen so nah beieinander liegen wie im Moment.»
Immobilienmarkt Schweiz: weniger zinsgetrieben
Ein Trend, der sich im Juni bestätigt: Der Immobilienmarkt wird zunehmend durch Angebotsknappheit, Demografie und regionale Nachfrage geprägt, weniger durch einzelne Zinsentscheide der SNB. In wirtschaftsstarken Regionen bleibt die Nachfrage hoch, und Tragbarkeit sowie Objektqualität gewinnen bei der Finanzierung weiter an Bedeutung.
Was bedeutet das für Ihre Hypothek?
Strategie 1: Jetzt langfristig absichern
Wer Wert auf stabile Wohnkosten legt, findet im Juni ein gutes Fenster dafür. Bei einem Aufschlag von teils nur 0.2 bis 0.5 Prozentpunkten gegenüber SARON lohnt sich eine 10-jährige Festhypothek für viele Eigenheimbesitzerinnen und Eigenheimbesitzer.
Strategie 2: Flexibilität über SARON
Für Haushalte, die kurzfristig flexibel bleiben möchten, etwa wegen eines geplanten Verkaufs, bleibt SARON attraktiv. Das Zinsänderungsrisiko bleibt dabei aber bestehen und sollte bewusst getragen werden können.
Strategie 3: Kombination aus beidem
Für viele ist eine Aufteilung sinnvoll: ein grösserer Teil über eine Festhypothek abgesichert, ein kleinerer Teil flexibel über SARON. So entsteht Planungssicherheit, ohne die gesamte Finanzierung langfristig zu binden.
Fazit
Der Juni 2026 zeigte: kurz- und langfristige Zinsen lagen so nah beieinander wie selten. Wer aktuell eine Hypothek verlängert oder kauft, sollte diese Ausgangslage nutzen und die Angebote mehrerer Kapitalgeber vergleichen.
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