Hypotheken-Update Juli 2026
Die Hypothekarzinsen haben sich im Juli insgesamt nur leicht verändert. Hinter dieser scheinbar ruhigen Entwicklung verbirgt sich jedoch ein bewegter Kapitalmarkt. Insbesondere die erneuten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten führten zeitweise zu deutlichen Schwankungen bei den Bundesstaatsanleihen, was Festhypotheken teurer macht.
Auf einen Blick
Die Zinslandschaft im Juli
Unser Kommentar
Die vergangenen Wochen haben eindrücklich gezeigt, wie schnell sich die Kapitalmärkte verändern können. Obwohl sich die Hypothekarzinsen insgesamt nur moderat bewegt haben, waren die Ausschläge innerhalb weniger Tage teilweise beträchtlich.
Deshalb beobachten wir heute nicht nur das allgemeine Zinsniveau, sondern insbesondere die Unterschiede zwischen den einzelnen Finanzierungspartnern. Gerade diese Unterschiede bieten aktuell das grösste Sparpotenzial.
SARON bleibt die günstigste Finanzierung
Für Hypothekarnehmer mit entsprechender Risikobereitschaft bleibt die SARON-Hypothek weiterhin die günstigste Finanzierungsform. Die kurzfristigen Geldmarktzinsen haben sich im Juli kaum verändert, weshalb sich SARON-Hypotheken weiterhin auf einem attraktiven Niveau bewegen.
«Banken und Versicherungen erhöhten im Juli jedoch den SARON etwas, obwohl der SNB-Leitzins weiterhin bei 0% bleibt. Dies kann verschiedene Gründe haben, etwa aufgrund gestiegener Eigenkapitalanforderungen wegen des Nahostkonfliktes. Beachtlich ist, dass eine solche Anpassung für 1.5 Jahre nicht notwendig war. Eine mögliche Schlussfolgerung ist auch, dass die Nachfrage derart angestiegen ist, dass mit den Eigenkapitalanforderungen gewisse tiefen Margen nicht mehr gehalten werden können.», meint Jason Pfister, Leiter Hypotheken.
Festhypotheken reagieren auf den Kapitalmarkt
Festhypotheken orientieren sich hingegen an den langfristigen Kapitalmarktzinsen. Die leichte Erhöhung der Bundesstaatsanleihen führte deshalb auch im Juli zu moderat höheren Festhypothekarzinsen.
Warum sich ein Marktvergleich aktuell besonders lohnt
Nicht jeder Kapitalgeber kalkuliert Hypotheken gleich. Banken müssen für ihre Hypotheken regulatorische Eigenmittel hinterlegen und sich laufend am Kapitalmarkt refinanzieren. Steigen die Refinanzierungskosten, wirkt sich dies rasch auf die angebotenen Zinssätze aus.
Versicherungen und Pensionskassen verfügen dagegen häufig über langfristig verfügbares Kapital und unterliegen teilweise anderen regulatorischen Anforderungen. Dadurch können sie insbesondere bei langfristigen Festhypotheken oder auch Mischstrategien oft attraktive Angebote unterbreiten. Die SwissLife oder Axa gehört unter anderem zu den günstigsten Anbieter, wenn das Haus gewisse umweltschonenden Kriterien erfüllt.
Mehr zur grünen Hypothek lesen Sie hier.
Was bedeutet das für Sie?
Planungssicherheit mit Festhypotheken
Wer seine Wohnkosten langfristig absichern möchte, findet trotz des leichten Zinsanstiegs weiterhin attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Die Zinssätze sind über den letzten Jahren gesehen auf einem sehr tiefen Niveau. Wer also die Möglichkeit hat, Wohneigentum zu erwerben oder zu refinanzieren, sollte nicht länger warten.
Flexibilität mit SARON
Wer Zinsschwankungen bewusst in Kauf nimmt und über genügend finanzielle Reserven verfügt, profitiert weiterhin von den tiefsten Finanzierungskosten am Markt. Die passende Lösung hängt von der persönlichen Situation und den langfristigen Zielen ab.
Fazit
Das Zinsumfeld bleibt für Hypothekarnehmer weiterhin attraktiv. Gleichzeitig zeigen die Entwicklungen im Juli, dass geopolitische Ereignisse wieder einmal spürbare Auswirkungen auf den Hypothekarmarkt hatten.
«Diese Lage dürfte sich in naher Zukunft kaum ändern, zumal sich der Nahostkonflikt in den letzten Tagen erneut zugespitzt hat», sagt Jason Pfister. «Auch die US-Verhandlungen sollte man nicht überbewerten. Die Haltung der Regierung wechselt sich sehr häufig.»
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